Holzrahmenbau

Holzrahmenbau

Holzrahmenbau

Holz erlebt derzeit eine Renaissance als Baustoff. Immer mehr Gebäude entstehen als Holzrahmenbau.

Doch warum eigentlich? Erfahren Sie mehr!

von MARNE STÜHRENBERG

Holz erlebt derzeit eine Renaissance als Baustoff. Grund sind zum einen der Klimawandel und damit verbunden der Wunsch nach ressourcenschonenden und nachhaltigen Lösungen.

Zum anderen erlauben neue Konstruktionswerkstoffe, Verbindungsmittel und Verleimungstechniken neue Möglichkeiten, mit Holz auch in die Höhe zu bauen. Deshalb kann man heute Gebäude bauen, die so vor 30 Jahren nicht möglich waren. 

Im Gegensatz zu den hierzulande (noch) überwiegenden Bauweisen war es in Nordamerika, genaugenommen in den USA, schon immer etwas anders: Mit einer großen Mehrheit werden dort Einfamilienhäuser auf der Basis eines Holzrahmenbaus errichtet – Mit steigender Tendenz.

Doch begeistert auch die Verwendung von Holz im Baubereich mit Fokus auf den Holzrahmenbau immer mehr Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – Zurecht!

„Aufgrund des positiven Faktors für das Klima, der steigenden Wohnqualität und der umfassenden Möglichkeiten führt in Zukunft kein Weg mehr am Holzbaurahmenbau vorbei“

Holz in den Städten – und auf dem Land

Eine Holzbauquote von 20% beweist: schon jetzt wird jedes 5. Ein- oder Zweifamilienhaus aus Holz gebaut und Holz ist auch in diesem Bereich etabliert. Die Schaffung von neuem Wohnraum ist vor allem in den Ballungszentren ein großes Thema.

Der Baustoff Holz bringt viele Eigenschaften mit, die ihn den städtischen Bereich erobern lassen. Die Möglichkeit die einzelnen Bau-Module weitgehend in Produktionshallen vorfertigen zu können, verkürzt die Bauzeit und damit die Lärm- und Baustellenbelastungen. Zudem hat Holz ein geringes Gewicht und eignet sich damit für die Aufstockung bereits bestehender Gebäude. So werden Wohnungen im verdichteten Raum geschaffen.

„Es gibt Dinge, die muss man erst erleben, spüren und fühlen um sie zu begreifen.“

Dazu gehört mit Sicherheit das Wohngefühl in einem Holzhaus. Wir mussten feststellen, es lässt sich nur schwer in Worte fassen. Wir probieren es trotzdem einmal.

Was uns in der Natur begeistert, entfaltet auch im Zuhause seine Faszination. Neben der Ästhetik sind vor allem die Materialeigenschaften des Baustoffes so beliebt. 

Holz strahlt Gemütlichkeit aus, duftet unverwechselbar und fühlt sich aufgrund einer angenehmen Oberflächentemperatur warm und sinnlich an.

Doch von viel größerer Bedeutung für das Raumklima ist eine weitere Eigenschaft des Holzes, die Sie mit jedem Atemzug bemerken. Er ist ein eigenständiger Feuchtigkeitsregulator und bewirkt so zu jeder Zeit ein optimales Raumklima im Zuhause.

Weitere Vorteile für Sie als Bauherr(-in)

Nicht unerheblich wirkt sich aus, dass aufgrund des besseren Dämmwerts gegenüber dem Mauerbau mit dünneren Wänden gearbeitet wird, sodass mehr Nutz- und Wohnfläche bei gleicher Grundfläche bleibt. So ergibt sich ein Flächengewinn mit Holzrahmenwänden von circa 10 Prozent, der die Quadratmeterkosten senkt.

Ein weiterer Kostenfaktor sind die vielfältigen Möglichkeiten, Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen. Ihr Umfang hängt wie beim klassischen Bau vor allem vom handwerklichen Geschick der Bauherren ab. Doch beim Holzrahmenbau gibt es eine Besonderheit: Nicht alle Eigenleistungen müssen zwingend auf der Baustelle stattfinden. Viele Firmen lassen ihre Kunden schon in der Vorfertigung in den Produktionshallen einfache Arbeiten durchführen und stellen dafür auch das Werkzeug und die Materialien zur Verfügung. Das einfache Anstreichen der Fassadenbeplankung ist eine typische, aber längst nicht die einzige Möglichkeit, die Baukosten durch Eigenleistung zu senken. Nicht zuletzt dadurch ist der Holzrahmenbau ein attraktives Bausystem.

Doch auch in ökologischer Hinsicht bietet der Holzrahmenbau gleich mehrere Vorteile: Das Bauholz verursacht in seiner Produktion weniger CO2 als es gebunden hat (das Holz ist CO2-neutral). Als nachwachsender Rohstoff ist es außerdem nachhaltig. Langfristig spart ein Niedrigenergie- oder Passivhaus auf Basis eines Holzrahmenbaus erheblich Energie ein und entlastet so nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt. 

Wir klären Sie über Vorurteile auf

Ein ehemals berechtigter Einwand gegen Holz als Baustoff war die Brandgefahr, die auch die unterschiedlichen Bautraditionen in den USA und Europa erklärt. Die großen Abstände zwischen den einzelnen Gebäuden, wie sie in Amerika üblich waren, gab es hier nicht. Dadurch konnten kleine Brände schnell zu riesigen Katastrophen werden und das Holz geriet im dicht bebauten Europa als Baustoff ins Hintertreffen. Aber diese Probleme gehören der Vergangenheit an: Aktuelle Holzbausysteme erfüllen alle Anforderungen an Brandschutz und Feuerwiderstand, unter anderem durch den Einsatz von Feuerschutzplatten oder Ersatzvorkehrungen. Die Sicherheit gemäß den gängigen Vorschriften wie DIN 4102 ist somit gewährleistet

Weitere Bedenken bei der Wahl des Bausystems betreffen vor allem die grundsätzliche Haltbarkeit. Wer ein Haus baut, will eine möglichst lange Zeit etwas davon haben. Auch hier spielen die USA eine Rolle: Qualitativ minderwertige Bauten, schlecht isoliert und mit dünnen Wänden, waren dort lange keine Seltenheit. Das hat aber für die deutschen Qualitätsstandards keine Bewandtnis. Ein Vergleich mit den uralten Balken in europäischen Fachwerkhäusern ist in dieser Hinsicht aufschlussreicher. Mit etwas Pflege und vom Holzwurm verschont, halten Holzrahmenhäuser leicht über hundert Jahre und stehen massiv gemauerten Objekten in nichts nach.

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